So traden Sie Öl

Hier erfahren Sie alles, was Sie über Spekulationen an den Ölmärkten wissen müssen.

 

Der Handel mit Öl

Öl wird in der verarbeitenden Industrie, im Transportwesen sowie in der Stromerzeugung eingesetzt. Da das Angebot an Erdöl schwankt und begrenzt ist, hat dieser Rohstoff einen dramatischen Einfluss auf die Weltwirtschaft und ist damit einer der schnelllebigsten Märkte.
 
Trader, die die einzigartigen Eigenschaften des Ölmarktes nicht kennen, können die Handelschancen, die sich in diesem volatilen Markt bieten, oft nicht voll ausschöpfen.
 

  

Welche Ölsorten werden gehandelt?

Öl ist ein Bodenschatz, der aus Erdölreserven tief unter der Erde gewonnen wird. Es entsteht aus der Sedimentation von pflanzlichen und tierischen Überresten oder Fossilien, die seit Millionen von Jahren von Sand- und Gesteinsschichten bedeckt sind.
 
Zu den Ölförderländern gehören die USA, die skandinavischen Länder (Nordsee) und die OPEC-Länder (Organisation erdölexportierender Länder) wie Saudi-Arabien und Iran.
 
Es gibt zwei Sorten von Öl, die als Referenzwerte für den Ölpreis herangezogen werden: WTI und Brent.
 

1. WTI
WTI steht für „West Texas Intermediate“, also Rohöl, das in den USA gewonnen und produziert wird. Es wird auch als „Texas light sweet“ bezeichnet. Es ist „leicht“ (light), weil es weniger dicht ist als die meisten Ölsorten aus den OPEC-Staaten, und es ist „süß“ (sweet), weil es einen geringeren Schwefelgehalt hat.
 

2. Brent Crude
Brent Crude, auch einfach „Brent“ genannt, wird in der Nordsee gewonnen und produziert. Genau wie WTI wird auch Brent als leicht und süß beschrieben.

 

Preiskorrelation von WTI und Brent

WTI war traditionell teurer als Brent, aber da die Ölbohr- und Fracking-Technologie Fortschritte gemacht hat, ist West Texas Intermediate nun tendenziell günstiger. Diese Entwicklung wird auch unter dem Schlagwort US-Schieferrevolution zusammengefasst, da der Rückgang der Ölförderkosten auch die Abhängigkeit der USA von Ölimporten verringert hat.
 

Die Preise beider Ölsorten sind stark miteinander korreliert, aber wenn eine der beiden abwertet und die andere aufwertet, kann es zu einer Preisanomalie kommen. Beispielsweise erreichte der Spread zwischen WTI und Brent im Februar 2011 mehr als 15 USD (WTI notierte bei 85 USD/Barrel und Brent bei 103 USD/Barrel).

 

 

Preiskorrelation von WTI - Brent Oil 2011 - 2017



Die Abwertung von WTI wurde durch den damals zunehmenden Ölüberschuss in Nordamerika verursacht und die Aufwertung von Brent kam durch die damaligen Unruhen in Ägypten und im Nahen Osten zustande.
 

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Was beeinflusst den Ölpreis?

Öl ist einer der am stärksten gehandelten globalen Rohstoffe. Eine Vielzahl an Nachrichten sorgen jeden Tag für Bewegung auf dem Ölmarkt.
 
Dies sind die wichtigsten Faktoren, die den Ölpreis beeinflussen:
 

  1. Förderung und Raffination

Die Förderung und Raffination von Rohöl ist sehr kostspielig. Da die Erdölreserven tief unter der Erde lagern, ist die Gewinnung von Erdöl aus dem Boden mit erheblichem Aufwand verbunden. Jeder technologische Fortschritt oder Rückschlag bei der Förderung hat direkte Auswirkungen auf den Ölpreis.

 
  1. Verbrauch und Nachfrage

Das führende Ölverbraucherland sind die USA, gefolgt von Japan, China und den europäischen Industrieländern wie Deutschland und Großbritannien. Die Industrie und Wirtschaft dieser Länder erzeugen eine hohe Nachfrage nach Rohöl, daher haben die wirtschaftlichen Bedürfnisse dieser Staaten einen Einfluss auf die Ölpreise weltweit.

 
  1. Zugang und Angebot

Der Zugang, egal wie groß das Angebot ist, kann durch politische und wirtschaftliche Faktoren beeinflusst werden. Der Anstieg der Inflations-, Arbeitslosen- und Armutsraten kann dazu führen, dass der Verbrauch sinkt, indem das Produkt für die Betroffenen unzugänglich oder unerschwinglich wird. Politische Unruhen und Aufstände können auch zu Kürzungen bei den Ölimporten und zur Plünderung importierter Rohstoffe führen.

 
  1. Naturkatastrophen und Unfälle

Naturkatastrophen wie Erdbeben und Stürme sind unvorhersehbare Ereignisse und die Schäden, die sie an den betroffenen Bohranlagen und Raffinerien verursachen, können die Ölförderung einschränken und verzögern. Brände und mechanische Störungen oder Ausfälle führen ebenfalls zu Produktionsverzögerungen während der Erholungsphase. Die Verzögerungen, die diese Umstände verursachen können, führen zu einer Einschränkung der Ölversorgung und damit zu einer Erhöhung des Preises.

 


Wichtige Ölberichte für Trader

Es gibt zwei Ölberichte, mit denen Sie sich vertraut machen und die Sie regelmäßig konsultieren sollten.

 
  1. US-Rohöllagerdaten

Der Bericht des US-Energieministeriums zu den Rohöllagerbeständen wird jeden Mittwoch veröffentlicht und gibt Aufschluss über die Ölvorräte in den USA. Da die USA das größte Ölverbraucherland sind, müssen Öltrader sich regelmäßig über die US-Nachfrage auf dem Laufenden halten, indem sie sich über die verbleibenden Lagerbestände informieren.

 
  1. OPEC-Ölmarktbericht

Der zweite Bericht, mit dem Sie sich befassen sollten, ist der monatlich und jährlich erscheinende OPEC-Ölbericht. Diese Berichte geben Aufschluss über die Produktionsziele der OPEC-Länder. Ihre Produktionsziele und Förderquoten bilden das derzeitige Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Ölsektor auf dem Weltmarkt ab.

 


Beispiel für den Handel mit Öl

 
Long-Position im WTI

Laut Ihren Informationen wird die Nachfrage nach Öl in China bald steigen, deshalb erwarten Sie, dass die Ölpreise zulegen werden. Sie kaufen ein Lot WTI zum Preis von USD 56,95. Damit entspricht ein Plus oder Minus von USD 1 beim Ölpreis einer Wertänderung von USD 100.

 

Ihre Spekulation erweist sich als zutreffend. Der Preis steigt auf USD 61,95 an und Sie verkaufen. Sie berechnen Ihren Gewinn, indem Sie den Unterschied zwischen dem Eröffnungs- und Schlusskurs mit dem Wertzuwachs (in USD) pro Kursänderung multiplizieren: (USD 61,95 - USD 56,95) x USD 100 = USD 500.

 
 
Short-Position im Brent

Trotz der Versuche der OPEC, den Überschuss im Ölmarkt zu verringern und den globalen Ölpreis in die Höhe zu treiben, deutet Ihre Analyse darauf hin, dass die US-amerikanische Schieferölindustrie ihr Angebot ausweiten wird. Deshalb rechnen Sie mit einem rückläufigen Preis für Brent.

 

Sie verkaufen zwei Lots Brent zum Preis von USD 52,50. Damit entspricht jede Preisänderung um USD 1 einem Wertunterschied von USD 200. Eine Woche später notiert das Produkt bei USD 49,50 und Sie beschließen, die Position aufzulösen. Ihr Gewinn: (52,350 – 49,50) x USD 200 = USD 600.

 

Öl ist zwar der wichtigste Energierohstoff, aber bei weitem nicht der einzige. Erdgas ist ein weiteres zentrales Rohstoffprodukt, das Trader zur Diversifizierung nutzen.

 

 

 
  • Um die einzigartigen Eigenschaften des Erdgasmarktes zu verstehen, lesen Sie den Artikel

  • So traden Sie Erdgas






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